Buchcover:
Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN

  • Erscheinung des Buches März / April 2012
  • ca. 700 Seiten mit vielen Bildern und Grafiken
  • Preis EUR 79.-

Klappentext:

Unter dem Begriff Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN lebt und entwickelt sich das Jahrtausende alte Medizinsystem weiter, das erst im 19. Jahrhundert vom Modell der heutigen Schulmedizin weitgehend ersetzt wurde. Damit ist die TEN viel mehr als eine Sammlung von diagnostischen und therapeutischen Methoden. Sie ist eine faszinierende eigenständige "Heilkunst nach den Gesetzen und mit den Mitteln der Natur". Viele ihrer Methoden wie z. B. die Heilpflanzenkunde, Schröpfverfahren oder Kneipp−Anwendungen haben sich zwar in der Alternativmedizin erhalten, werden allerdings meist losgelöst von ihren traditionellen Wurzeln praktiziert. Darunter aber leidet ihre Effizienz, denn erst die Integration in das ursprüngliche Medizinalkonzept ermöglicht eine wirklich naturgemässe und vor allem individuelle Gesundheitspflege und Behandlung kranker Menschen. Dieses Buch fasst erstmalig die vielen verschiedenen Elemente der TEN, von denen bisher lediglich einzelne Fragmente literarisch bearbeitet wurden, zu einem systematischen Ganzen zusammen. Im Weiteren stellt es ihre diagnostischen und therapeutischen Methoden in den Kontext der humoralmedizinischen Physiologie und Pathophysiologie.

Dabei beschränken sich die Autoren/innen nicht auf die dogmatische Wiedergabe 'alter' Quellen, sondern führen nach heutigem Wissen notwendige Adaptionen durch, ergänzen die TEN mit 'modernen' Weiterentwicklungen und untermauern ihre Lehre mit vielen praktischen Beispielen und Fallbeschreibungen.

Dieses Buch legt den Grundstein für die Definition der TEN als Fachrichtung innerhalb der Alternativmedizin und ist gleichzeitig ein wertvolles Lehrbuch für die Aus− und Weiterbildung von TEN−Therapeuten aus der Feder erfahrener (Natur−)Heilpraktiker/innen, die seit Jahrzehnten in ihren Praxen mit der TEN arbeiten und diese als Dozenten/innen auch lehren.

Inhaltsverzeichnis:

1.Teil, Kapitel 1 − 8

1 Einleitung
1.1 Zu diesem Buch
1.2 Die europäische Naturheilkunde
2 Geschichte
2.1 Geschichte der TEN im Überblick
2.2 Volksheilkunde
3 Begriff
3.1 Begriffsklärung TEN
4 Naturphilosophie
4.1 Makrokosmos − Mikrokosmos
5 Prinzipienlehre
5.1 Qualitative und quantitative Prinzipien
6 Grundelemente der TEN
6.1 Lebenskraft
6.2 Reizlehre
6.3
Zur LeseprobeGesundheits−, Krankheits− und Heilungsprinzipien
6.4 Elementenlehre
6.5 Humorallehre
6.6 Temperamentenlehre
6.7 Konstitutionslehre
6.8 Alchemie
6.9 Astromedizin
6.10 Signaturenlehre
6.11 Ordnungslehre
7 Diagnostik
7.1 Diagnostik und Gesamtschau in der TEN
7.2 Anamnese
7.3 naturheilkundliche Untersuchung
7.4 Antlitzdiagnostik
7.5
Zur LeseprobeIrisdiagnostik
7.6 Pulsdiagnostik
7.7 Zungendiagnostik
7.8 Harnschau
7.9 Somatotopien und Reflexzonen
8 Prävention und Therapie
8.1 Lebensstil
8.2 Traditionelle Arzneitherapie
8.3 Ausleitungsverfahren
8.4 Manuelle Therapien
8.5 Atemtherapie
8.6 physikalische Therapien

2.Teil, Kapitel 9 − 21

9 Friedemann Garvelmann Einleitung zum 2. Teil
10 Friedemann Garvelmann
Zur LeseprobeHumoralmedizin
11 Christian Raimann Das Haus der Heilkunst bei Paracelsus
12 Christian Raimann Astromedizin − eine Medizin in Resonanz mit den Sternen
13 Christian Raimann
Zur LeseprobeJahresrhythmen − im Fluss der Zeiten
14 Rosmarie Fehr−Streule
Zur LeseprobeErnährung
15 Christian Raimann, Friedemann Garvelmann
Zur LeseprobeTraditionelle Arzneimitteltherapie
16 Heide−Dore Bertschi Physikalische Therapien
17 Friedemann Garvelmann Manuelle Therapien
18 Chrischta Ganz
Zur LeseprobeDie innere Haltung der Achtsamkeit
19 Chrischta Ganz Selbstheilungskräfte
20 Friedemann Garvelmann, Rosmarie Fehr−Streule, Christian Raimann Heutige Entwicklung der TEN
21 Friedemann Garvelmann Grenzen der TEN

3.Teil, Kapitel 22 − 30

22 Personen der TEN
23 Patientendokumentation
24
Zur LeseprobeLeitfaden klinischer Untersuchungsmethoden
25 Glossar
26 Adressverzeichnis Schweiz, Deutschland, Österreich
27 Quellenverzeichnis
28 Stichwortverzeichnis
29 Autorinnen und Autoren
30 Danke

 

Leseproben:

Humoralmedizin
Friedemann Garvelmann

Bedeutung der Humorallehre für die TEN
Während der Begriff TEN das gesamte, in diesem Buch behandelte Medizinsystem bezeichnet, ist die Vier−Säfte−Lehre eines der unverzichtbaren Grundelemente im Denk− und Arbeitsmodell der TEN − aber mit charakterisierender und definierender Bedeutung. Damit kommt zum Ausdruck, dass TEN und Humoralmedizin zwar keine Synonyme sind, aber diagnostische und therapeutische Methoden, die ohne humorales Konzept arbeiten, nicht zum System der TEN gezählt werden können.

Die Säftelehre ist damit für die TEN vergleichsweise das, was der Schnee für den Wintersport ist. Oder Strassen für das Verkehrswesen. Ein Aspekt also, der nicht immer zentraler Gegenstand der Betrachtung sein muss, aber dennoch essentielle Voraussetzung für die Integrität und Nutzbarkeit des betreffenden Systems ist.

(...)

Humores sind Wirkprinzipien
Es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass es sich bei den 'Säften' der Humoralmedizin nicht um substanzielle Körperflüssigkeiten handelt, sondern – in allegorischem Sinne – um Repräsentanten der qualitativen Wirkprinzipien

warm / kalt
feucht / trocken

die auch als humorale oder elementare Qualitäten bezeichnet werden.

Konkret bedeutet dies:

  • Die Blutflüssigkeit ist nicht identisch mit Sanguis, sondern sie ist das materielle Produkt, das vom Organismus entsprechend den Wirkprinzipien aller Kardinalsäfte gebildet wird. Um Unklarheiten zu vermeiden, muss daher im Einzelfall deutlich unterschieden werden, ob mit dem Begriff 'Blut' die Blutflüssigkeit oder der Kardinalsaft Sanguis gemeint ist.
  • Der Schleim, der beispielsweise bei einem Schnupfen in grosser Menge von der Nasenschleimhaut produziert wird, ist nicht Phlegma selbst, sondern das materielle Substrat, das als Ergebnis eines pathologischen Zustandes des Kardinalsaftes Phlegma produziert wird.
  • Die Gallenflüssigkeit ist nicht die Gelbgalle selbst, sondern sie ist in Menge und Qualität das substanzielle Ergebnis der gelbgalligen (cholerischen) Prozesse des Gesamtorganismus.
  • Bei dem Kardinalsaft Schwarzgalle fällt die gedankliche Abkoppelung von einer Körperflüssigkeit am leichtesten, weil es keine einzelne 'melancholische' Substanz im Organismus gibt. Das melancholische Prinzip wird ausschliesslich durch seine blockierenden und destruktiven Prinzipien im Krankheitsgeschehen erkennbar. Mehr dazu später.

Die Qualität 'Wärme' repräsentiert das Aktiv− oder Dynamikprinzip im Organismus. Da grundsätzlich keine Zell−, Gewebs− oder Organfunktion 'automatisch' erfolgt, bedarf es ständig initiierender und regulativer Reize. In der Humorallehre stellt die Wärme mit ihren unterschiedlichen Intensitätsgraden diesen Reiz dar, der sämtliche Funktionen

  • in Gang setzt,
  • in Gang hält und
  • reguliert.


Einige Beispiele, bei denen dies besonders offensichtlich ist:

  • Coctio (Assimilation, Digestion)
  • Blut− und Lymphbewegung
  • Adaption an wechselnde Umweltbedingungen
  • Abwehr− und Reorganisationsprozesse
  • Heilungsprozesse

Die Qualität 'Feuchtigkeit' repräsentiert einerseits das stoffliche, materielle Prinzip als Grundlage für den Aufbau und die Regeneration sämtlicher Strukturen und Stoffe im Organismus. Andererseits steht die Feuchtigkeit auch für die Speicherform der Energie, und damit für das Mass der Energiereserven.

(...)

Zuordnung zu den Elementen
Die vier 'Kardinalsäfte' Sanguis (Blut), Phlegma (Schleim), Gelbgalle (Cholera) und Melancholera (Schwarzgalle), die durch aktive Umwandlungsprozesse (Coctio) aus der Nahrung gebildet werden, repräsentieren die Naturelemente Luft (Sanguis), Wasser (Phlegma), Feuer (Cholera) und Erde (Melancholera) im menschlichen Organismus. Je nach Dominanz eines Saftes prägen sie das Temperament, die Konstitutionsmerkmale und die Reaktionsmuster des Menschen auf Reize, die von innen und aussen kommen.

System der Kardinalsäfte (Grafik Friedemann Garvelmann)
System der Kardinalsäfte (Grafik Friedemann Garvelmann)


Traditionelle Arzneimitteltherapie

Heilpflanzen
Christian Raimann

(...)

Die Bedeutung der humoralen Qualitätsbestimmung
Die Bestimmung der Heilpflanzen nach humoralmedizinischen Qualitäten ist – geschichtlich gesehen – einer der ersten Klassifizierungsversuche von Heilmitteln. Dass diese Beurteilungen heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht werden können, ist naheliegend. Eine nach humoralen Kriterien erstellte Vergleichsübersicht der Heilpflanzenqualitäten ermöglicht aber eine spezifischere und individuellere Anwendung.
Die folgende Übersicht über einige wenige Heilpflanzen, welche in der Behandlung von Atemwegserkrankungen eine Rolle spielen, zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Beurteilung ihrer Primärqualitäten ausfällt. Ebenso klar ersichtlich wird ihre Zweiteilung in eine wärmend−trocknende und eine eher kühlend−befeuchtende Gruppe. Sie entsprechen dem entweder kühl−feuchten oder entzündlich−hitzigen Charakter vieler Atemwegserkrankungen.
Je nach konstitutioneller Ausgangslage und den Qualitäten einer vorliegenden Erkrankung kann aufgrund dieser Beurteilung eine auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Heilmittelauswahl getroffen werden.
Ist ein Patient mit Verschleimung der Atemwege eher kühler und feuchter Natur, so lindern kräftig wärmende und trocknende Heilpflanzen nicht nur seine Krankheitssymptome, sondern optimieren auch seinen konstitutionellen Mangel an Lebenswärme. Ist ein Patient mit gleicher klinischer Symptomatik aber hitziger Natur, lindern dieselben Heilpflanzen unter Umständen die Verschleimung seiner Atemwege – gleichzeitig wird aber seine konstitutionelle Schwäche verstärkt, was sich z.B. in vermehrt auftretenden Hitzesymptomen (z.B. Hautausschlag, Entzündungen) manifestieren kann. Für letzteren Patienten müssten Heilpflanzen mit weniger hitzigen Qualitäten ausgewählt oder Rezepturen in korrigierender Zusammensetzung erstellt werden. Optimalerweise werden dabei eher oberflächlich wirksame Anwendungsformen wie Wickel, Kompressen oder Salben gewählt.

Vergleich der humoralen Qualitäten einiger Atemwegspflanzen (Abbildung Christian Raimann)
Vergleich der humoralen Qualitäten einiger Atemwegspflanzen (Abbildung Christian Raimann)

Die Integration der humoralen Denk− und Arbeitsweise in eine moderne Heilpflanzenkunde fördert ein tiefgreifendes Erfassen der Pflanzen mit allen Sinnen, welche weit über die heute übliche Reduktion auf Wirkstoffe und Wirkmechanismen hinaus geht.

(...)

Der Säftebezug von Heilpflanzen (Beispiele)

Sanguisbezug der Heilpflanzen

Kochung− und verdauungsfördernde Pflanzen wie Kalmus (Acorus calamus) stärken das Sanguisprinzip, ebenso durchblutungsfördernde, wärmende Pflanzen wie Rosmarin (Rosmarinus officinalis).
Durch ihre wärmende Qualität fördert die Brennessel (Urtica dioica) die Kochung und damit die Bildung von Sanguis. Arnika (Arnica montana) wirkt wärmend und tonisierend auf die Gefässe und das Herz. Engelwurz (Angelica archangelica) erwärmt den Magen, die Atemfunktion, die Leber und die Gebärmutter.

Arnikablüte (Foto Christian Raimann)
Arnikablüte (Foto Christian Raimann)

Schmerzlindernde, entzündungshemmende und kühlende Heilmittel wie Weidenrinde (Salicis cortex) dämpfen überschiessende Hitze des Sanguis, ebenso spasmolytische, blutstillende, fieberregulierende Pflanzen.
Befeuchtende Pflanzen wie Eibisch (Althaea officinalis) schützen hingegen vor deren schädigenden Auswirkungen und nähren die Schleimhäute.

(...)

Therapie mit potenzierten Arzneimitteln
Friedemann Garvelmann

Potenzierte Mittel in der TEN

Die dem Denk− und Arbeitsmodell der TEN entsprechenden systemischen Wirkprinzipien, wie sie bei der Anwendung von Heilpflanzen beschrieben wurden, haben auch für andere Heilmittel Gültigkeit.
So werden in der 'alten' Literatur viele nicht−pflanzliche Arzneistoffe mit ihren speziellen Wirkungen beschrieben. Das sind:

  • Mineralien, z. B. Calcium carbonicum, Silicea (Kieselsäure), Graphit
  • Metalle z. B. Ferrum metallicum (Eisen), Aurum metallicum (Gold),
  • Tierprodukte, z. B. Apis mellifica (Biene), Lachesis (Schlangengift des Buschmeisters),
  • Menschliche Produkte, z.B. Psorinum (Krätzesekret)

Aranea diadema – Kreuzspinne (Foto Friedemann Garvelmann)
Aranea diadema − Kreuzspinne (Foto Friedemann Garvelmann)

(...)

Alle diese Mittel sind in ihrer 'Reinform' entweder nicht erhältlich oder sie sind giftig. Von Herstellern homöopathischer Mittel werden diese Substanzen jedoch in verschiedenen Potenzstufen angeboten. Ab einer D4 kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass auch sehr giftige Substanzen (wie z. B. Eisenhut, Quecksilber und Schlangengifte) keine toxische Wirkung mehr haben und gefahrlos therapeutisch eingesetzt werden können. Ab der Potenzstufe D23 ist rechnerisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr in dem Mittel enthalten.

Im Unterschied zur klassischen Homöopathie orientiert sich die TEN bei der Anwendung potenzierter Mittel weder am Arzneimittelbild noch am Ähnlichkeitsprinzip. Die Anwendung in der TEN setzt voraus, dass bekannt ist, in welcher Weise das einzelne Arzneimittel Einfluss auf die gestörten Funktionsabläufe bei einem Kranken nimmt. Joachim Broy bezeichnet diesen Anwendungsmodus daher treffend als 'funktionelle Homöopathie'. Das setzt natürlich eine adäquate Diagnostik voraus, die die gestörte Funktionalität analysiert.
Konkret sind in der traditionellen Pharmakologie und für die Anwendung am Kranken folgende Kriterien relevant, die aber teilweise aus einander hervorgehen:

  • Wirkprinzip: Tonisierend (anregend) oder detonisierend (herabstimmend)
    Eine hyperkinetische Krankheit benötigt herabstimmende Arzneimittel, während bei einer hypokinetische Krankheit tonisierende Mittel eingesetzt werden müssen.
    Beispiele:
    Ein tonisierendes Mittel: Arsenicum album D6
    Ein detonisierendes Mittel: Colocynthis D4

  • Wirkung auf die Elementarqualitäten
    Beispiele:
    Ein erwärmendes Mittel: Sulfur D6
    Ein kühlendes Mittel: Belladonna D6
    Ein befeuchtendes Mittel: Natrium muriaticum D6
    Ein trocknendes Mittel: Natrium sulfuricum D6

  • Wirkungsbezug zu einem Kardinalsaft
    Beispiele:
    Ein Sanguis−orientiertes Mittel: Sanguinaria D4
    Ein Phlegma−orientiertes Mittel: Antimonium crudum D4
    Ein Cholera−orientiertes Mittel: Bryonia D4
    Ein Melancholera−orientiertes Mittel: Carbo vegetabilis D4

  • Astromedizinischer Bezug
    Beispiele:
    Ein sonnenhaftes Mittel: Aurum metallicum ab D4
    Ein mondhaftes Mittel: Argentum metallicum ab D4
    Ein merkuriales Mittel: Mercurius solubilis ab D4
    Ein martialisches Mittel: Ferrum metallicum ab D4
    Ein venusisches Mittel: Cuprum metallicum ab D4
    Ein joviales, jupiterhaftes Mittel: Stannum metallicum ab D4
    Ein saturnisches Mittel: Plumbum metallicum ab D4

Irisdiagnostik
Friedemann Garvelmann

Seit Jahrtausenden ist bekannt, dass Zeichen bzw. Veränderungen in den Augen Merkmale für bestimmte Zustände des Menschen auf körperlicher, seelischer oder geistiger Ebene sein können. Die Entwicklung zu einer systematischen, diagnostisch−analytischen Methode erfolgte jedoch erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit ist die Augendiagnostik ein noch relativ „junges“ Verfahren, das seine Wurzeln im humoralmedizinischen Denk− und Arbeitsmodell hat. Es gibt zwar Strömungen in der Irisdiagnostik (Iridologie), die versuchen, diese Methode auf der Basis eines organpathologischen Denkmodells anzuwenden, um schulmedizinische Diagnosen aus dem Auge zu erstellen. Das ist aber nachweislich nicht möglich. Die Irisdiagnose ist also nicht dazu geeignet, aktuelle organische Krankheiten zu erkennen und zu benennen.
Durch ihre humoralmedizinische Basis ist sie zum integralen Bestandteil der heute praktizierten TEN geworden, bei der mit modernen Irismikroskopen zur Betrachtung der Augen und mit digitaler Bildverarbeitung gearbeitet wird.

Die Iris
Für die Augendiagnostik wichtigster Bereich ist die Regenbogenhaut (Iris), aber sämtliche anderen Bereiche des Auges können ebenfalls von Bedeutung sein (Augenweiss, Bindehaut, Lidränder, Wimpern, Blutgefässe).
Bei der Irisdiagnostik werden folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Grundfarbe des Irisgewebes
  • Veränderungen der Faserstruktur (Lockerung, Verdichtung, Spannung, Stärke und Richtung der Irisfasern)
  • Helligkeitsunterschiede
  • nebel− und wolkenartige Auflagerungen auf die Iris
  • Pigmentflecken und −flächen, die von der Grundfarbe der Iris abweichen

Die Iris wird dabei als reflektorischer Spiegel des Organismus betrachtet, in dem aber nicht die anatomischen oder histologischen Strukturen der Organe erkennbar werden, sondern ausschliesslich Störungen in deren Funktionalität bzw. in deren kybernetischer Regulation. Wie oben bereits erwähnt, ist die Augendiagnostik daher keine Methode für die Gewebs− bzw. Organdiagnostik, sondern sie dient ausschliesslich der Erkennung gestörter Funktionsabläufe – verknüpft mit der Analyse der konstitutionellen Situation des betreffenden Menschen. Diese Informationen geben dem Augendiagnostiker wertvolle Hinweise auf die individuellen Hintergründe der Krankheitsentstehung. So können gezielte Therapiemassnahmen angewendet werden, die nicht nur auf die aktuelle Krankheitssituation zielen, sondern den Patienten in seiner Gesamtsituation tiefgreifend und langfristig stabilisieren (Konstitutionstherapie). Damit kann die Augendiagnostik auch Grundlage einer effizienten Krankheitsprophylaxe sein.
Sie stützt sich nicht auf einzelne Zeichen im Auge, sondern immer auf Zeichenkombinationen, die miteinander verknüpft interpretiert werden müssen.

Die Zuordnung der Iriszeichen erfolgt nach zwei Systemen, der zirkulären und der sektoralen Topografie:

Zirkuläre Topografie – die Aufteilung der Iris in konzentrische (schiessscheibenförmige) Ringe

Die zirkuläre Topografie in der Iris (Grafik Friedemann Garvelmann)
Die zirkuläre Topografie in der Iris (Grafik Friedemann Garvelmann)

Diese Aufteilung der Iris zeigt von innen nach aussen den Fluss der Säfte im Organismus und die daran geknüpften Umwandlungsprozesse (Stoffwechsel).

In der Krausenzone ist die Fähigkeit der Assimilation zu erkennen, d.h. die Fähigkeit des Verdauungssystems, die körperfremde Nahrung in eine für den Organismus verwendbare Form umzuwandeln (humoralmedizinisch: Coctio). Damit haben die iridologischen Zeichen in dieser Zone prinzipiell eine übergeordnete Bedeutung, denn die optimale Zubereitung der Säfte ist elementare Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit sämtlicher Gewebe. Umkehrt führt es zwangsläufig zu Störungen von Organfunktionen, wenn die Qualität der dafür notwendigen Säfte nicht optimal ist. Irisdiagnostisch bedeutsam sind hier besonders Helligkeitsunterschiede im Vergleich zum übrigen Irisgewebe. Abdunkelungen in der Krausenzone zeigen einen Mangel an physiologischer Wärme in den Verdauungsorganen, was Defizite im Assimilationsprozess und eine generell hypokinetische Situation in allen Organen bedingt, die der Regulation durch den Magen unterliegen. Aufhellungen zeigen ein übermässiges Wärmeprinzip mit hyperkinetischen Zuständen, was aber in der Praxis nur ausgesprochen selten zu beobachten ist.


Gesundheits−, Krankheits− und Heilungsprinzipien
Friedemann Garvelmann

Um zu einer differenzierten Betrachtung des Phänomens „Krankheit“ zu kommen, ist es sinnvoll, sich zunächst mit dem Begriff „Gesundheit“ auseinander zu setzen.
Die Tatsache, dass bereits mehrere unterschiedliche Definitionen hierzu existieren, zeigt, wie schwierig es ist, diesen Begriff allgemeingültig zu definieren. Das Verständnis von dem, was man unter „Gesundheit“ und „Krankheit“ versteht, hängt vom zugrunde liegenden Denkmodell der jeweiligen Zeitepoche und dem Kulturkreis des Definierenden ab.

(...)

Diese Aussage soll im Folgenden präzisiert werden:
Ein essentielles Basiselement der Naturheilkunde ist die Erkenntnis, dass der menschliche Organismus für jeden Krankheitsprozess auch einen Heilungsmechanismus kennt, der ihn zu einer Selbstheilung befähigt. Die Frage ist nur, warum dieser in einem Krankheitsfall spontan in effizienter Weise abläuft, während dies in anderen Fällen nicht in Gang kommt bzw. misslingt. Aus dieser Erkenntnis resultiert die Konsequenz, dass naturgemässe Therapiemassnahmen keinen manipulativen Charakter (im Sinne einer „Beherrschung“ des Krankheitsprozesses) haben können, sondern immer modulierend d. h. steuernd in die systemische Pathophysiologie einwirken.
Der naturheilkundliche Behandler muss daher in jedem einzelnen Fall analysieren, ob die Pathophysiologie des jeweiligen Krankheitsprozess nach „biologisch sinnvollen“ Mustern (und damit heilungsfördernd) oder in „biologisch wider− bzw. unsinniger“ Weise (und damit heilungsverhindernd) abläuft. So gesehen kann es nicht sinnvoll sein, Krankheit und ihre Symptome prinzipiell als abnormale, unerwünschte oder gar schädliche Ereignisse zu interpretieren, die so rasch wie möglich beseitigt werden müssen. Das ist vor allem für die Zielrichtung der Therapie von wesentlicher Bedeutung, denn die Unterdrückung einer biologisch sinnvollen Heilungsstrategie ist, dieser Logik folgend, ausgesprochen kontraproduktiv und mit gravierenden Folgen für den Gesamtorganismus verbunden.
Die Analyse der biologischen Bedeutung einer Krankheit und ihrer Symptomatik in diesem Sinne ist nur in Kenntnis der komplexen individuellen Situation des Patienten möglich und setzt profunde Kenntnisse der TEN−spezifischen Pathophysiologie voraus.

Im Folgenden werden einige elementare Grundprinzipien für die Differenzierung von Krankheitsprozessen dargestellt, wobei im Interesse der Verständnisoptimierung die „alte“ Terminologie der TEN in heutige Denkmodelle übertragen wurde.

Es lassen sich in einem stark vereinfachenden Schema drei Gruppen von Krankheiten erkennen, die anschliessend weiter differenziert werden:

  • Krankheiten, deren Symptomatik aus einer biologisch sinnvollen Heilungsreaktion entsteht.
    Beispiele: akute Entzündungen auf Oberflächenorganen (Haut, Schleimhäute), kompensatorische Eliminationsprozesse

  • Krankheiten, deren Symptomatik aus einer biologisch wider− bzw. unsinnigen Reaktion des Organismus auf die pathogenen Reize entsteht.
    Beispiele: allergische und autoaggressive Krankheiten, chronische Entzündungen, Rheumatosen, spasmophile Diathese, Gefässdysregulationen, Neurosen, Psychosen

  • Krankheiten, deren Symptomatik aus den organisch manifesten Folgen versagender Heilungsreaktion bzw. sonstiger erworbener und angeborener Organpathologie entsteht.
    Beispiele: Organinsuffizienz, Degeneration, Fehlbildungen, Verletzungen

Dabei wird auch erkennbar, dass Krankheitssymptome entweder

  • Zeichen der Krankheit selbst oder
  • Zeichen der Selbstheilungsbestrebungen des Organismus sind
  • oder deren Mischformen

Die praktische Bedeutung dieser Differenzierung kann in Hinblick auf die therapeutische Vorgehensweise gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Biologisch sinnvolle Heilungsreaktionen
„Im Feuer des Fiebers verbrennen die Krankheitsgifte“. Dieser Lehrsatz der TEN beschreibt sehr plastisch die Erkenntnis, dass die Aktivierung der cholerischen (gelbgalligen) Lebensprinzipien eine Schlüsselrolle bei der Abwehr und Überwindung von Krankheiten spielt, wobei der Begriff Fieber auch stellvertretend für die Aktivierung der Wärmeprozesse bei einer lokal begrenzten akuten Entzündung stehen kann.
Hinzu kommt, dass jede gesteigerte Dynamik zwangsläufig auch einen vermehrten Energieverbrauch und gesteigerten Anfall ausscheidungspflichtiger Metaboliten sowie Substanzen aus dem Entzündungsprozess selbst zur Folge hat, deren Elimination für eine Heilung unumgänglich ist. Diese Gesetzmässigkeiten werden in der naturheilkundlichen Pathophysiologie von Katarrhen und Ekzemen erfasst. Den Oberflächenorganen Haut und Schleimhäuten kommt damit eine Schlüsselrolle bei der Überwindung von Krankheiten zu. Denn erst wenn die Abwehrsysteme der Oberflächen und der – hierarchisch folgenden – serösen Häute den Krankheitsprozess nicht stoppen konnten, kommt es zur Beteiligung von Parenchymgeweben, d.h. zu organischen Krankheiten.

Ihre Unterdrückung fördert die Verlagerung des Krankheitsprozesses in Richtung Parenchymebene, was aber in den meisten Fällen nicht kurzfristig und linear abläuft, sondern über „Zwischenstationen“, in denen die folgenden Mechanismen erkennbar werden:

Rezidive Der Entzündungsprozess wiederholt sich nach symptomfreien Latenzphasen (von meist 3−5 Wochen) an gleichem Ort, unter Umständen mehrfach hintereinander
Vikariation Dieser Begriff bezeichnet einen Ortswechsel der entzündlichen Überwindungsprozesse: von der Haut auf eine Schleimhaut bzw. von einem Schleimhautbereich auf einen anderen.
Eine Vikariation kann aber auch von Schleimhäuten auf seröse Häute erfolgen. Hierbei besteht grosse individuelle Variabilität.
Zugrunde liegen dabei die Gesetze von Synergismus und Antagonismus, die unter anderem von C. W. Hufeland beschrieben wurden.

Die innere Haltung der Achtsamkeit
Chrischta Ganz

(...)

Resonanz

Eine der grundlegenden Voraussetzungen für jede Beziehung (und so auch für die Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten) ist die Resonanzfähigkeit – die Fähigkeit, die Schwingungen des Gegenübers wahrzunehmen, darauf zu reagieren und in Resonanz zu gehen.
Resonanz, definiert als Anklang und Widerhall, steht als Sinnbild für Verständnis, für Empathie, für ein fühlendes Hören, ein Wahrnehmen mit dem Herzen und ein Sich−Einlassen auf das Gegenüber.
Schwingungen umgeben uns jeden Augenblick unseres Lebens. Wir nehmen diese Energien auf und sie beeinflussen uns. Sie durchdringen und formen uns innerlich und äusserlich. So öffnet sich ein weiter Raum, ein anderer Raum – wo es genügt wahrzunehmen und mitzuschwingen. Die Schwingung umhüllt mein Gegenüber. Wie bei einem Lied – ich höre durch den Klang hindurch. Was ist dann? Was ist dahinter? Was erklingt in mir, wenn ich ein Lied höre? Was geschieht in mir, wenn ich die Schwingungen des Gegenübers auf mich wirken lasse? Wer kennt sie nicht, die Momente, in denen man sich einfach verstanden fühlt, weil die Schwingungen auf Resonanz treffen, weil sie sich entsprechen, weil zwei Menschen die gleiche Sprache sprechen, den richtigen Ton finden, die Saite zum Klingen bringen, auf derselben Wellenlänge kommunizieren und die Zwischentöne hören.
Die innere Haltung des Therapeuten setzt eine Bereitschaft für Resonanz voraus. Der Therapeut braucht ein Herz, das hören kann. Schwingung ist Energie, die sich verschieden formen und gestalten kann. Es ist eine schöpferische Kraft, die allen lebenden Dingen innewohnt und es dem Menschen möglich macht, sein Leben zu gestalten.

Ich stelle mir den Menschen als eine Melodie vor, als eine Symphonie aus Klängen, biochemischen Stoffen, Zellen, Gefühlen, Farben und Emotionen.
Die Klangfarbe jedes einzelnen Tones ist abhängig von seinen zugleich erklingenden Ober− und Untertönen. Sie sind vielleicht nicht gleich deutlich zu hören, aber alle sind wichtig, denn sie prägen den Klang entscheidend. So kann der gleiche Ton je nach Klangfarbe und Zusammensetzung seiner Ober− und Untertöne verschieden klingen. Genauso kann der Mensch auf die gleiche Situation andersartig reagieren. So kann er beispielsweise mit dem Verlust eines geliebten Menschen einmal recht gut zurecht kommen und ein anderes Mal innerlich daran zerbrechen.
Aus den verschiedenen Tönen, die aufeinander folgen, entsteht die Melodie. Alle Teilaspekte des menschlichen Seins, die vielen bewussten und unbewussten, die individuellen und kollektiven Teile prägen den Menschen, der vor mir steht. Läuft alles rund, sind wir in Harmonie mit uns selbst und mit der Welt – wir sind gut gestimmt. Geht es weniger gut, sind wir verstimmt. Genauso wie in einer Melodie der vorangegangene Ton den nächsten fordert, weil er sich auf diesen bezieht, genauso ist der kommende, der künftige Ton schon im jetzigen enthalten. Weil ein einzelner Ton noch kein Lied ist, weil erst voneinander abhängige Töne eine Melodie machen. Eine Melodie wird erst durch die bereits verklungenen und die noch kommenden Töne zur Melodie. Genauso ist der Mensch, geprägt durch das Vergangene und in Voraussicht auf das Kommende, erst in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Persönlichkeit. Ich sehe den Menschen im Jetzt vor mir, verschmolzen und verbunden mit Vergangenheit und Zukunft.
Um mein Gegenüber wahrzunehmen, muss ich die ganze Melodie wahrnehmen, sie als solche in ihrer momentanen Verfassung, ihrer Welterfahrung, ihren Stärken und ihren Schwächen erkennen – um dann mit ihr in Resonanz gehen zu können. Die wahre Kunst der therapeutischen Begleitung besteht wohl darin, in Achtsamkeit den inneren Dirigenten zu finden, damit Körper, Seele und Geist in ihrer Melodie erklingen können, dass die ureigene Musik gefunden wird – und nicht die Partituren irgendwelcher Normen (seien es gesellschaftliche oder eigene, im Kopf zusammengestellte Ideale) nachgespielt werden.

Menschen brauchen andere Menschen, die mitschwingen, brauchen ein Gegenüber, das hört und auf das Hören reagiert, antwortet, ernst nimmt und würdigt. Menschen brauchen Resonanz. Unsere Entwicklung und Selbsterkenntnis entsteht, wächst und reift in der Begegnung mit anderen Menschen. Jede Beziehung ermöglicht Gefühle, Gedanken, Wahrnehmung, Inspiration und körperliche Erfahrungen. Alles, was wir in den Begegnungen mit anderen erfahren, was wir daraus an Erkenntnissen sammeln, formt auch die Erkenntnisse, die wir für die Beziehung zu uns selbst brauchen und nutzen.

Alle Begegnungen, die wir erleben, gestalten unser Leben (Foto Adi Gerber))
Alle Begegnungen, die wir erleben, gestalten unser Leben (Foto Adi Gerber)

In jedem Menschen, tief im Inneren, im Zentrum, das wir Herz oder Seele nennen, gibt es ein Verlangen. Wir werden wohl damit geboren. Dieses Verlangen wird nie vollkommen gestillt und es stirbt nie. Manchmal nehmen wir es nicht wahr, als würde es in uns schlafen, manchmal wird es geweckt, von grossen Ereignissen oder scheinbar kleinen Alltäglichkeiten. Es ist die menschliche Sehnsucht nach Liebe, nach Willkommen− und Verwurzelt−Sein und Nach−Hause−Kommen . Jeder Mensch möchte lieben und geliebt sein. Obwohl dieses Verlangen etwas Universelles hat, macht jeder Mensch individuelle Erfahrungen damit.
Indem sich der Mensch angesprochen und willkommen fühlt, erlebt er eine Form der Liebe. Wenn er fühlt „hier bin ich willkommen“, wird ein Hauch dieses Verlangens, dieser Sehnsucht gestillt und er kann sich öffnen für das Kommende (im Praxisalltag für die therapeutische Begleitung und Behandlung). Über den Dialog, über das Erfahren der Resonanz, des Mitschwingens des Gegenübers fühlt sich der Patient willkommen und erfährt so die Möglichkeit der Veränderung.

Geliebt und verwurzelt zu sein, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Jedes menschliche Wesen antwortet auf seine Weise auf die Tatsache seiner menschlichen Existenz, die gewisse Erinnerungen aus der Vergangenheit und gewisse Ahnungen des zukünftigen Lebens enthält. Der Mensch ist es, der entscheidet, was er für sein Dasein verwendet. Wir bauen auf den Schätzen und Abgründen der Vergangenheit auf, die wir verdaut, verdrängt, überwunden oder schöpferisch erneuert haben.

(...)

Achtsamkeit
Das fordert von mir als Naturheilpraktikerin die Achtsamkeit, jedem Gegenüber seine eigene, innere Suche und seine individuellen Antworten zu lassen. Erst dies ermöglicht eine Antwort auf die eigene Existenz in dieser Welt, eine Antwort aus der eigenen Seele geboren. Wir buchstabieren unser Leben, jeder Mensch macht das. Das, was uns unterscheidet, ist, dass wir alle eine andere Antwort finden. Jeder Schritt an diesem Ort, wo ich grad bin, mit dieser Zeit, in der ich lebe, mit dem Leiden oder der Freude, die den jetzigen Moment prägen, ist Ausdruck meines eigenen Lebens.
Wahrnehmung ist immer persönlich. Erfahrung ist immer persönlich. Was ich weiss, ist immer das, was ich selbst wahrnehme, wie ich es jetzt in diesem Augenblick betrachte, werte und in den Alltag integriere. Der Mensch entwickelt sich, weil verschiedene Kräfte sich in ihm häufen, die durch gegenseitige Modifizierung, Ausgleichung und Auslese eben diesen Mikrokosmos zustande bringen. Er ist mit einer Fülle latenter und wirkender Kräfte ausgestattet. Wir fassen die Summe von Erinnerungen, Aktualitäten und Vorstellungen zur Geschichte eines Individuums zusammen. Das Leben als Kind und das Leben als Erwachsener, unsere theoretischen Überzeugungen und unser praktisches Handeln, die Leistungen unserer besten und unserer schwächsten Stunden gestalten unsere Geschichte. Jede entlegendste oder noch so lange vergangene Vorstellung wirkt auf jede andere, so dass jeder Aspekt Berechtigung besitzt. In allem Sein wird der Prozess des Werdens erkennbar.
Die innere Haltung der Achtsamkeit schliesst auch mich selber mit ein. In der Funktion als Therapeutin bin ich täglich gefordert, mich auf mein Gegenüber einzulassen, auf den Patienten einzugehen und sein Wohl ins Zentrum zu stellen. Dies kann ich aber langfristig nur, wenn ich auch mir selbst Sorge trage. Meine Achtsamkeit mir selbst gegenüber ist der Schlüssel dazu.

Achtsamkeit dem Leben gegenüber schliesst auch ein, mir gegenüber achtsam zu sein!


Jahresrhythmen – im Fluss der Zeiten
Christian Raimann

Der Mensch als Teil des kosmologischen Weltbildes

Der Weltenlauf ist ein wundersames Schauspiel, in das jedes Lebewesen, jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze und jedes Sein als winzig kleines Teilstückchen eingebunden ist. Durch die irdischen und kosmischen Abläufe − die Melodie und der Rhythmus dieses grossartigen Räderwerks – erfahren wir Leben und Veränderung. Ihre Erscheinungen sind der Puls dieses einzigartigen Organismus.
Durch das Mitschwingen und Mitfliessen in diesem natürlichen Reigen schliesst sich der Mensch mit dessen Kräften kurz und wird ein Teil des universalen Tanzes. Wenn er mit wachem Geist und hellen Sinnen sich dieser Musik öffnet, kann er ihre aktivierenden und regenerierenden Qualitäten wahrnehmen und nutzen.

  • Leben ist Rhythmus – ohne Rhythmus existiert kein Leben.
  • Rhythmen strukturieren und bündeln Kräfte.
  • Rhythmen lösen Blockaden und setzen Energie frei.
  • Rhythmen steigern die Leistungsfähigkeit.
  • Rhythmen sind heilsam.

Unsere vorwiegend bäuerlichen Vorfahren standen der Natur zwangsläufig näher, da ihr Bezug zur Vegetation, zu den Jahreszeiten und den klimatischen Einflüssen viel existenzieller war, als er für uns modernen Menschen ist. Diese Rhythmen hatten als lebenswichtige Taktgeber im Leben unserer Grosseltern, unserer gesamten Ahnenreihe, der mittelalterlichen Volksgruppen, unserer alemannischen, germanischen und keltischen Vorfahren eine zentrale Bedeutung. Überall, speziell aber im Alpenraum, sind ihr Einwirken in Tradition, Sagenwelt, lokalem Brauchtum und Sprache noch heute präsent. Die Verbundenheit mit der Natur, die Natursinnigkeit und das Wissen um die sicht− und unsichtbaren Kräfte und Qualitäten unserer Welt überdauern bis heute – auch wenn sich Bräuche und Lebensweise verändert haben.

Nicht erst der britische Biologe Jim Lovelock und seine Gaia−Hypothese (Gaia/Ge: griech. Erdenmutter) betrachten den Planeten Erde als lebendigen und intelligenten Organismus, welcher sich selbst steuert und reguliert, in dem sich Boden, Meere, Pflanzen, Menschen und Tiere als Organe dieses Lebewesens optimalerweise in harmonischem Gleichgewicht befinden. Nein, bereits in der keltischen und germanischen Mythologie finden wir die Vorstellung eines grossen Weltenwesens dessen Knochen die Bergzüge und Felsen sind, die Flüsse entsprechen seinen Adern, die Sonne seinem Herzen, die Erdoberfläche der Haut, die Wälder und Steppen seinen Haaren und der Wind seinem Atem.
Genau so existiert auch heute noch ein Weltbild, in dem Alles mit Allem verknüpft ist – es findet seine praktischen, alltäglichen Bezüge z. B. in den in diesem Buch beschriebenen Grundelementen der TEN: den Elemente, den Gestirnen, den Lebensrhythmen u.v.m. Noch immer bringen Licht, Luft, Wasser, Bewegung und Ernährung den Menschen nicht nur in einen sehr direkten Bezug zur Natur und den Jahreszeiten, sie sind vielmehr die existenzielle Grundlage seines Lebens.

2. Natürliche Rhythmen
Dieses Wissen um das Eingebundensein in die kosmischen und elementaren Kräfte ermöglicht uns ein tiefes Verständnis des Lebens. Es ist gleichzeitig die Grundlage unseres Zeitverständnisses, unserer Kultur und unseres Brauchtums. Unsere Vorfahren erfassten ihre Erdendasein in Zyklen, z.B. durch die Tageszeiten, Mondzyklen und Jahreskreise. Der Wechsel von Licht und Dunkel, beispielsweise von Tag und Nacht, ist diesbezüglich einer der grundlegendsten Taktschläge im menschlichen Leben, resp. für alle Lebewesen.

zyklisches Zeitverständnis (Grafik Christian Raimann)
zyklisches Zeitverständnis (Grafik Christian Raimann)

(...)

Jahresrhythmus
Eine weiterer wichtiger Teil dieses Weltenrhythmus ist der Jahreskreis, welcher das Jahr in 4 unterschiedlich erlebbare Zeitfenster unterteilt, deren Qualitäten auch mit den Himmelsrichtungen, den Lebensalter und den Tageszeiten korrespondieren.

Um die Natur in ihrem ganzen Wesen zu erfassen, genügt es kaum, ihre materiellen Eigenschaften und ihre Abläufe wissenschaftlich zu deuten und zu untersuchen. Wollen wir eine umfassende Natursinnigkeit entwickeln, bedeutet dies, ihre Qualitäten und Veränderungen mit allen Sinnen zu erleben, in ihrem Rhythmus während des Jahreslaufs mitzugehen. Ihre Atmosphäre, ihre Farben, Töne, Gerüche und Stimmungen auf uns wirken zu lassen. Nur so können wir diese Vorgänge beobachten und kennenlernen.
Früher oder später werden wir dabei nicht nur Lebewesen wie Pflanzen, Tiere und Menschen, sondern auch die Natur (vom lat. „nasci“ = geboren werden) als Ganzes, ja sogar unseren Planeten Erde als ein lebendiges Wesen wahrnehmen. Die Umgestaltungen im Jahreskreis wahrzunehmen und die jeweiligen Qualitäten zu erkennen, ist eine Voraussetzung um die Natur und das Leben an und für sich zu verstehen. Denn Lebensprozesse definieren sich hauptsächlich durch Veränderung und ständigen Wandel.

Der Atem des Jahresrades
Neben den zwei grossen Qualitäten des Öffnens im Sommerhalbjahr und des Rückzugs im Winterhalbjahr, lassen sich im Jahresverlauf zusätzlich feinere Bewegungen wahrnehmen, welche auch mit einem Atemrhythmus – Ein− und Ausatmen – oder mit einem Pulsieren verglichen werden können.
Bei der Beobachtung der Pflanze beispielsweise durchzieht diese Bewegung ihre ganze Entwicklung:
Im Samen zeigt sich die zurückgezogene Qualität – die Entfaltung der Keimblätter ist ein deutliches Öffnen nach aussen – die Blattknospen wiederum eine geschlossene Ausdrucksform – die Entwicklung der Blätter eine weitere öffnende Geste– die in den Blattachseln entstehenden Blütenknospen eine noch verschlossene Form – die Blütenbildung eine nach aussen orientierte Bewegung – die Fruchtbildung ein erneuter Rückzug – die Reife der Frucht eine zusätzliche Öffnung – die Samenbildung wiederum ein Zusammenziehen.

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Der Vegetationszyklus

Der Frühling bringt Ende März/Anfangs April einen kräftigen Durchbruch mit sich.

Enzianknospe im April (Foto Christian Raimann)
Enzianknospe im April (Foto Christian Raimann)

Die Tage werden wieder länger und wärmer. Mensch, Tier und Pflanze laben sich an jedem Sonnenstrahl. Die Natur ergrünt, spriesst und ist in einer spür−, hör− und beobachtbaren Aufbruchstimmung.
Im Mai werden die Kräfte gebündelt und gesammelt. Es geht jetzt darum, die aufkeimenden Prozesse zu verfestigen und zu verwurzeln.
Erst auf dieser Grundlage ermöglicht im Juni das Luftzeichen Zwilling durch seinen fröhlichen Tanz den Austausch und die Verbindung mit der Umwelt. In der Pflanzenwelt zeigt sich diese Zeitqualität in der Blüte und ihrer Bestäubung. In der Menschen− und Tierwelt wird ein gesteigertes Kontaktbedürfnis und eine Verlagerung der Aktivität nach aussen sichtbar.


Ernährung
Rosmarie Fehr−Streule

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„Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein und Euer Heilmittel soll Eure Nahrung sein.“ − Hippokrates

Heilmittel Nahrung

Wie es in der heutigen Ernährungslehre üblich ist, war bisher immer nur von Nährstoffen die Rede. Nach dem Verständnis der TEN beruhen aber alle Lebensprozesse auf der untrennbaren Interaktion zwischen Materie (repräsentiert durch das humorale Prinzip der Feuchtigkeit) und Energie (repräsentiert durch das humorale Prinzip der Wärme). In diesem Sinne ist es unzureichend, die Nahrung ausschliesslich nach ihrem stofflichen Prinzip zu beurteilen und daraus Ernährungsrichtlinien ableiten zu wollen. Hierbei fehlt das energetische Prinzip, das man als Mass für die Vitalität ansehen kann. Erst das Vorhandensein von energetischer Wärme macht einen Nahrungsstoff zu einem verwertbaren Lebensmittel. Nicht der Nährstoff ist entscheidend für seinen Einfluss auf die Vitalprozesse im Organismus, sondern seine Wärmequalitäten. Die Feuchtigkeit (der stoffliche Aspekt) ist lediglich die potentielle Voraussetzung für Gewebsaufbau und Mass der Energiereserven. Die Initialisierung, Fortführung und Regulation aller aktuellen Gewebsfunktionen ist jedoch Leistung des Wärmeprinzips. Analog zur Vorgehensweise in der Heilpflanzenkunde sind in der TEN auch die Qualitäten der Nahrungsmittel nach ihrem Wärme− und Feuchtigkeitsprinzip definiert. Ausgehend von dem individuellen Bedürfnis eines Menschen nach warmen oder kalten bzw. feuchten oder trockenen Qualitäten lassen sich auf dieser Basis individuelle Ernährungsempfehlungen konzipieren.
Entsprechend ihrem Wesen, kennen wir in der traditionellen europäischen Naturheilkunde keine standardisierten Ernährungsformen. Spezielle Diäten (nach Atkins, Blutgruppen, F. X. Mayr, die Hay‘sche Trennkost, Schrothkur etc.) lassen der Individualität des Menschen zu wenig Raum. Die Ernährung muss der individuellen Lebenssituation des Menschen gerecht und mit einer naturgemässen Lebensweise und Lebensführung kombiniert werden. Der langfristige Erfolg einer Therapie ist abhängig von einer sinnvollen Lebensmittelzusammensetzung, die eben „Leben−vermittelnd“ wirkt und am ehesten mit einer abwechslungsreichen, naturbelassenen, vitamin− und mineralstoffreichen Nahrung realisiert wird.
Eine Ernährung nach den Kriterien der TEN unterstützt die Konstitution des Menschen und macht ihn anpassungsfähiger an die wechselnden Bedingungen seiner Umwelt und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten. Sie hat ihren Ursprung in der Lehre der klassischen vier Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde der antiken Medizin.

Elementarqualitäten der Nahrungsmittel

Wie den Arzneimitteln der TEN werden auch den Nahrungsmitteln Qualitäten gemäss ihrem Wärme− und Feuchtigkeitsvermögen zugeordnet. Dabei gibt es einige zentrale Punkte zu beachten. Da diese im Kapitel Humoralmedizin detailliert beschrieben sind, werden hier nur kurz die Aspekte erwähnt, welche für die Ernährungslehre von Bedeutung sind:

  • Das energetische Prinzip (Wärme) hat immer initiierenden, prägenden, modifizierenden und regulierenden Einfluss auf das stoffliche Prinzip (Feuchtigkeit). Das Feuchtigkeitsprinzip seinerseits ist Basis und von Bedeutung für den Transport, den Aufbau und die Speicherung von Nahrungsenergie.
  • Assimilation ist immer ein sehr energieaufwendiger Prozess.
  • Ziel der Verdauung ist es, aus kalter und feuchter Nahrung warmes und feuchtes Sanguis zu erzeugen. Die Feuchtigkeit des Sanguis ist der unmittelbar zur Verfügung stehende Nährsaft und damit das Substrat für den Aufbau der Körperstrukturen und gleichzeitig die Speicherform der Energie als Voraussetzung für alle funktionellen Vitalprozesse.
  • Während des Prozesses der Coctio wird durch Einfluss der physiologischen Wärme des Organismus die Wärmequalität des Nahrungssaftes sukzessive gesteigert, so dass sie nach Vollendung der Assimilation zu Sanguis mit warmer und feuchter Qualität wird.
  • Jede Nahrung dient schlussendlich dem Zweck, den Organismus zu befeuchten. Damit hat im Prinzip jeder Nährstoff im Verhältnis zum Organismus feuchte Qualität, allerdings in unterschiedlichem Grad. 'Trockene' Nahrungsmittel sind so gesehen nur etwas weniger feucht als 'feuchte'.
  • Ebenso hat im Prinzip jeder Nährstoff in Relation zum verwertenden Organismus geringe Wärmequalität, ist also kalt, allerdings auch in unterschiedlichem Grad. 'Warme' Nahrungsmittel sind nur etwas weniger kalt als 'kalte'.
  • Ziel der Ernährungsanpassung ist es, dem Körper die Substanzen in der für ihn individuell optimal verwertbarer Zubereitung, Menge und Kombination zur Verfügung zu stellen.
  • Die humoralen Qualitäten eines Nahrungsmittels bringen nur sein Wärme− und Feuchtigkeitsvermögen zum Ausdruck – ausschlaggebend für seinen Wert als Lebensmittel gilt schlussendlich, ob und wie der Organismus des Essenden auf diese Reize reagiert.

Da dies kein Lehrbuch sein kann, folgt hier lediglich als Bespiel die Auflistung einiger wichtiger Nahrungsmittel mit ihren humoralen Qualitäten.

Getreide Hafer
Weizen
Reis
w2 / t2
w1 / t1
w / f
Gemüse Spinat roh
Karotte
Bohnen (frisch)
Bohnen (getrocknet)
Kartoffel
Zwiebel
k2 / f2
w2 / f2
w / f
k1 / t1
neutral / feucht
w2−4 / f
Salate Blattsalat
Tomaten
Gurke
Kresse
k2−3 / f2
k / f
k2 / f2
w3, t3
Obst Trauben (weiss)
Trauben (rot)
Kirschen (je nach Süsse)
Apfel (je nach Süsse bzw. Säure)
Zitrone (Saft)
w1 / f
w2 / f
neutral−w1 / f
neutral−w / f
k3 / t3
Fleisch Rind
Kalb
Schwein (je nach Alter)
Lamm
Huhn
Forelle
die meisten anderen Fische
w / f
neutral / f
k / f
w2 / f2
w / f (gut temperiert)
w / f
k−neutral / f
Fette und Öle Butter
Olivenöl
neutral−w / f2
w / f

Diese Angaben sind Richtwerte, zusammengestellt nach dem Diäteticon von Elsholtz (1682), die teilweise aber auch nicht 1:1 übernommen werden konnten, sondern aus dem Text interpretiert werden mussten. Bereits Elsholtz weist immer wieder darauf hin, dass schon die Quellen, die er verwendete, sehr unterschiedliche Informationen lieferten. Diese Situation ist in unserer Zeit eher noch komplizierter geworden, denn die Produktion der Nahrungsmittel hat sich seit dem Mittelalter völlig verändert, was nicht ohne Einfluss auf die humoralen Qualitäten bleiben konnte. Auch der Standort der Nahrungspflanze, veränderte Züchtungen, der Dünger, die Sonneneinstrahlung, der Erntezeitpunkt bzw. das Alter des geschlachteten Tieres, die Farbe einer Frucht (z.B. weisse oder rote Traube) prägen die Qualitäten des 'Rohmaterials', das dann durch Zubereitungsart und Gewürze modifiziert werden kann. Trotz dieser vielen Variablen liefern die in der alten Literatur übermittelten Qualitätsangaben nach wie vor gute Richtwerte für eine praktikable Ernährungslehre. Doch ausschlaggebend ist schlussendlich die Verträglichkeit und Verwertbarkeit der Nahrungsmittel des Essenden.


Leitfaden klinischer Untersuchungsmethoden
Heide−Dore Betschi−Stahl

(...)

Praktisches Untersuchungsschema

  1. Kopf−Hals−Untersuchung: äusserliche Inspektion inkl. Haut
  2. Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase)
  3. Inspektion der Mundhöhle und des Rachens mit Spatel
    Inspektion Mund
  4. Otoskopie (Inspektion des Gehörgangs und des Trommelfells mittels Otoskop)
  5. Palpation des Kopfes (z.B. Nervenaustrittsstellen oder Schmerzhaftigkeit)
  6. Palpation der Schilddrüse (Grösse, Konsistenz, Verschieblichkeit)
    Palpation Schilddrüse
  7. Palpation der Lymphknoten
    • Bereich Ohr / Unterkiefer
      Palpation Kieferwinkel
    • Hals
    • Schlüsselbein
    • Nacken
    • Achselhöhle
      Palpation Achselhoehle
    • Leiste
  8. Untersuchung von Thorax und Lunge
    • Inspektion des Thorax mit Haut
    • Palpation und Perkussion des Thorax
    • Palpation der weiblichen Brust
    • Palpation der Rippenbewegung bei der Atmung
      Perkussion Thorax hinten
    • Auskultation des Thorax mit dem Stethoskop
  9. Untersuchung des Herz−Kreislauf−Systems
    • Inspektion von Halsvenenfüllung und Unterschenkelödemen
    • Inspektion der Unterzungenvenen
      Zungenvenen
    • Palpation der Handgelenkspulse, der Pulsstellen vor dem M. sternocleidomastoideus, Leisten− und Beinpulse im Seitenvergleich

Die Autoren:
Christian Raimann
Chrischta Ganz
Friedemann Garvelmann
Heide−Dore Bertschi−Stahl
Rosmarie Fehr−Streule
Christian Raimann

Christian Raimann

  • Seit Kindsbein mit der Pflanzenwelt verbandelt
  • kant. approb. Naturheilpraktiker mit eigener Praxis seit 1998
    Schwerpunkt TEN, Heilpflanzenkunde und klassische Homöopathie
  • Dozent für Heilpflanzenkunde, Humoralmedizin, TEN an verschiedenen Fachschulen
    und selbständiger Kursleiter seit 1998
  • Mitgründung und Unterhalt Heilpflanzengarten Bad Ragaz 2001−2011
  • Verheiratet, 2 Kinder

Ich wärme mein Feuerelement beim Anblick des Sonnenuntergangs.
Ich belebe mein Wasserelement beim Baden im kalten Bergbach.
Ich festige mein Erdelement bei der Pflege meines Gartens.
Ich beflügle mein Luftelement beim Betrachten des Regenbogens.

Christian Raimann
Naturheilpraxis
Guldistudstrasse 2
CH−8632 Tann
+41 55 240 93 21
www.ch−raimann.ch

Chrischta Ganz

Christian Raimann

  • pharmazeutisches Grundstudium und Ausbildung zur Drogistin
  • langjährige professionelle Tätigkeit als Sängerin in der a cappella−Gruppe „hop o‘my thumb“
  • Ausbildung zur Naturheilpraktikerin in Zürich (Naturheilpraktikerin TEN)
  • Ausbildung in integrativer Körperarbeit IKA in Bern (dipl. Körpertherapeutin IKA)
  • Schamanische Ausbildung (Quetzalcoatl Schweiz)
  • eigene Naturheilpraxis in Zürich mit Schwerpunkt traditionell europäische Naturheilkunde TEN, integrative Körperarbeit IKA, Begleitung von Menschen in Krisenzeiten, Arbeit mit den Selbstheilungskräften, schamanische Rituale und Heiltechniken

Venus−, Merkur− und Saturn−Qualitäten leben in meinem kreativen Schaffen mit Klang und Worten und allen möglichen Materialien − geboren aus Blütenblättern, Rhythmus, Sonnenstrahlen auf der Haut und philosophischen Nachtgesprächen im Mondlicht.

Meine Naturverbundenheit zeigt sich im Feiern der Jahresfeste, in meiner Freundschaft mit der Pflanzenwelt und im Begrüssen der Kräfte des Universums

Mein mangelndes Phlegma freut sich ab und zu über ein paar Löffel Schlagrahm

Chrischta Ganz
Praxis für Naturheilkunde
Steinentischstrasse 1
CH−8002 Zürich
+41 44 273 04 31
www.chrischtaganz.ch

Friedemann Garvelmann

Christian Raimann

  • geboren 1956
  • Vater von drei Kindern (geb. 1982, 1984 und 1986)
  • Ausbildung zum Heilpraktiker an der Josef−Angerer−Schule München 1981 − 84
  • Weiterbildung an den Seminaren für Traditionelle Naturheilkunde bei Joachim Broy in St. Gilgen / Österreich
  • Hauptberufliche Naturheilpraxis in Küssaberg−Kadelburg (D), in der Kinder und Erwachsene entsprechend dem Denkmodell und mit den Methoden der TEN behandelt werden
  • Seit 88 Referent und Kursleiter in vielen Bereichen der TEN
  • Coautor des Buches "Naturheilkunde für Kinder" (AT−Verlag 2009) sowie vieler Fachartikel.
„Der Kern des systematischen Denkens ist die Einsicht, dass wir uns verabschieden müssen vom linearen Denken.“ − Paul Watzlawick
„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.“ − Che Guevara

Friedemann Garvelmann
Hauptstr. 8
D−79790 Küssaberg−Kadelburg
+49−7741−2926
www.rhizoma.de
www.naturheilpraxis−kadelburg.de

Heide−Dore Bertschi−Stahl

Christian Raimann

  • geboren 1956
  • Haus− & Familienmanagerin, Mutter von 6 erwachsenen Kindern und 5 Enkelkindern
  • Ausbildungen:
    • Medizinische Praxisassistentin, Labor und Röntgen
    • Rotkreuzschwester Geriatrie
    • Eidg. Lehrmeisterin für Haushaltslehre und Kochen
    • medizinische Masseurin und Bademeister FA−SRK
    • Ganzheitlich körperzentrierte Therapeutin und psychologische Beraterin IKP
    • psychodynamische Atemtherapeutin LIKA
    • Astrologisch psychologische Beraterin API
    • Heilpraktikerin NVS
    • Eidg. Ausbildnerin FA
  • Dozentin für medizinische Grundlagen, Psychologie, Biochemie, Phytologie, Geburtsheilkunde nach TEN
  • Als kant. approb. Heilpraktikerin in eigener Praxis für Naturheilkunde TEN und Psychosomatik tätig mit Schwerpunkt Schwangerschaft und Geburtsheilkunde: Ich begleite Menschen auf ihrem Weg. Am liebsten erarbeite und entwickle ich versteckte Ressourcen zur Selbstheilung mit Unterstützung der TEN sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Geprägt von meiner Grossmutter Maria Stahl gebe ich dieses Heilwissen weiter.
  • Schulleiterin der QuintaMed, Akademie für ganzheitliche Medizin, Naturheilkunde und Psychosomatik, Hettlingen/Schweiz, www.quintamed.ch
„Ohne Kinder wäre die Welt eine Wüste“ − Albert Bitzius, Lützelflüh
„Ohne gesunde Wurzel kannst Du nicht in voller Pracht erblühen“ − HDB

Praxisadressen:
Heide−Dore Bertschi−Stahl
Buchenweg 1
CH−8442 Hettlingen
+41 52 316 21 51

Heide−Dore Bertschi−Stahl
Hechtstrasse 19
CH−9053 Teufen AR
+41 71 333 21 51

Rosmarie Fehr−Streule

Christian Raimann

  • geboren 1968 in Heiden AR
  • Familienfrau; verheiratet, 3 Kinder (geb. 1992, 1993 und 1996)
  • Berufsfrau: Erstausbildung Kauffrau, Zweitausbildung Heilpraktikerin
  • nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre zunehmendes Interesse an der Naturheilkunde
  • Seit 10 Jahren führe ich selbständig mit einem kleinen Team eine Naturheilpraxis mit Schwerpunkt TEN, Bioresonanz, Spagyrik und manuelle Therapien.

Meine Rückenbeschwerden führten mich vor 25 Jahren zur Alternativmedizin. Meine Faszination und Begeisterung für sie ist mir bis heute nicht nur erhalten geblieben, sondern ist noch grösser geworden.

„Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits eine Lösung.“ (unbekannt)

Die vernetzte Diagnostik und Therapie vermitteln mir eine neue Denkweise und beeinflussen mein Therapiekonzept im Sinne eines 5−Ebenen−Modells.

„Fange nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen.“ (unbekannt)

Die Jahreszeiten und die Naturrhythmen erlebe ich intensiv und immer, als wäre es zum ersten Mal.

„Die Einhaltung der Naturgesetze bewirkt, dass wir uns im irdischen Dasein besser fühlen und auf unserem Wege fortschreiten können.“ (unbekannt)

Naturheilpraxis Rosmarie Fehr
Adolph−Saurer−Quai 15
CH−9320 Arbon
+41 (0)71 440 02 02
www.naturheilpraxis−fehr.ch

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Kontakt:

Christian Raimann
Guldistudstr. 2
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Tel.: +41 55 240 93 21

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Für die Autorengruppe:

Friedemann Garvelmann
Hauptstr. 8
D−79790 Küssaberg−Kadelburg
Tel.: +49 7741 2926

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